_ Kulturachse Barmen

_ Projektdetails

Projektübergreifende Studie zu den Regionale 2006 Projekten in Wuppertal Barmen, Kulturhaus Barmen und Kulturachse, in Zusammenarbeit mit Architektur Contor Müller Schlüter GbR, 2004

_ Kurzbeschreibung:

_ 01 Konzept

Die bestehenden, ungeordneten Freiräume im Tal werden zu Plätzen gefaßt, mit einem „textilen Band" verbunden und mit den vorhandenen urbanen Qualitäten verwoben!

Analyse

Zwischen der Wupper und der Bahntrasse ist die stadtprägende Blockstruktur zerrissen, immer noch sichtbare Kriegsschäden, Industriebrachen und überdimensionierte Verkehrstrassen haben ein städtebauliches Chaos entstehen lassen, in dem wichtige Kultureinrichtungen versinken.

Stadtraum

Die bestehenden Freiräume und Brachen werden als Chance für den Aufbau von großformatigen Stadträumen genutzt. Verstreute Kleinst- und Restflächen werden zu Plätzen vereint, auf oder an denen sich die Kultureinrichtungen präsentieren können.

Verknüpfungen

Bestehende Querachsen aus dem nördlich gelegenen Stadtzentrum und den südlich vorhandenen Wohnvierteln werden aufgenommen. Über die Kulturachse werden für diese Wege neue signifikante Endpunkte gesetzt und über die entstandenen Platzfolgen neue Routen für die Fußgängerströme zwischen Bahnhof, Alter Markt und Fußgängerzone hergestellt

_ 02 Achse / Signale

Das textile Band erzählt Tal-Geschichte und Geschichten ... verbindet die Kultur-Pole der Stadt... und wird durch gebaute Lichtsignale ergänzt.

Kulturachse

Die neue Kulturachse verbindet die beiden Stadtpole, Opernforum und die Wupperterrassen, ideologisch mit- und untereinander als eine Folge von groß- und kleinräumigen Stadträumen. Die neuen Tal-Facetten übernehmen hierbei als gebaute Umsetzung der ideologischen Idee die Führungs- und Leitfunktion entlang der Kulturachse. Sie stellen aber auch die Verknüpfung zu den angrenzenden Stadträumen, zur Wupper, zu den Grünzonen, zur Einkaufsstadt und zur Schwebebahn sicher.

Licht-Tunnel

Eine phantastische Licht-Installation im unterirdischen Niemandsland der Hauptverkehrskreuzung Barmens kann mit einfachsten Mitteln entstehen. Einmalig und einzigartig I Der Nachteil des vorhandenen Raums, die Dunkelheit wird zum Vorteil erklärt. Statt den Tunnel zuzukippen wird dieser mit geringsten Mitteln zu einer begehbaren und erfahrbaren Licht-Klang Installation.

Einblicke

Das neu eingepflanzte Band der Tal-Facetten, das die bauliche Umsetzung der Kulturachse mittels Verbindung der beiden starken, vorhandenen Kulturpole darstellt, prägt den Stadtraum und macht die räumliche Verknüpfung ablesbar.
Trotz oder wegen ihrer Lage neben der bisherigen Haupt-Tal- Achse ist sie von dieser aus vielfältig einsehbar. Die notwendige Verknüpfung zur Stadt und den werbewirksamen überregionalen Verkehrsträgern der Bahntrasse wird so sicher gestellt.

Ausstrahlung

Neben der linearen Verbindung schaffen punktuelle Signale die nötige Orientierung entlang der Achse und setzen als gebaute Lichtstrukturen sowohl bei Tag als auch bei Nacht markante Zeichen. Unterschiedliche Hierarchien der Zeichensetzung werden hierbei durch Einbeziehung des vorhandenen Kraftwerkturmes, die neu aufgestellten Lichtsteelen sowie die Öffnungen zum Licht-Tunnel erreicht.

_ 03 Opernforum

Der umlaufende PLATZ stellt das Opernhaus frei,... das neue Stadtarchiv faßt den zur Talachse geöffneten Teil... auf dem Bahnhofsplatz werden Reisende empfangen und geleitet.

Opernforum

Die signifikanten Gebäude Barmens, Oper, Bahnhof und die Engelshäuser sollen Ihrer Bedeutung entsprechend wieder PLATZ einnehmen. Eine großzügige Plattform gibt Raum für den Kulturplatz indem jedes Gebäude seine wichtige Rolle spielt. Der Stadtplatz wird durch das zentrale, freigestellte Opernhaus in einen westlichen und östlichen Bereich zoniert. Die Dominanz der Oper schafft einen Fokus für alle weiteren Kultureinrichtungen.

Bahnhofsvorplatz

Der östlich der Oper gelegene Bahnhofsvorplatz ist Teil des neu geschaffenen Kulturraumes mit der Oper als Zentrum. Er erhält durch die vorhandenen Raumkanten, die östlich durch die Überdachung des dort angesiedelten Busbahnhofs ergänzt werden, eine eigenständige Kontur.
Der Platz gehört den Fußgängern, ist Empfang und Verteiler der Reisenden. Sowohl die Oper und die weiteren direkt angrenzenden Kultureinrichtungen sind erlebbar, aber auch die neuen Tal-Facetten prägen und leiten die Kulturachse Richtung Osten mit den vielfältigen Verknüpfungen zur Stadt.

Opernhaus

Das Opernhaus ist dominanter Solitär im Mittelpunkt des neu geschaffenen Kulturplatzes. Durch das eingestellte textile Band der Tal-Facetten wird diese Stellung einerseits unterstrichen, andererseits aber auch die Weiterführung und Einbindung innerhalb der Kulturachse verdeutlicht. Die Lichtsignale der Steelen markieren die jeweiligen Hauptattraktoren als wichtige Initialpunkte entlang der Achse.

Stadtarchiv

Das neu platzierte Stadtarchiv gibt dem westlich des Opernhauses gelegenen Raum die fehlende, dringend erforderliche hintere Kante und schafft somit die Verbindung zwischen Oper und Historischem Zentrum. Von drei Seiten gefasst öffnet sich der Raum zur Talachse und ist für die Nutzer des Verkehrs und der Schwebebahn erlebbar. Der neu gefasste Engelsgarten ist Aufenthaltsort vor und nach der Oper, ein intimer, von Hecken begrenzter Raum. Eine Kulisse geprägt von mächtigen Bäumen, für kleine Events mit mehr oder weniger Dramaturgie.

_ 04 Wupperterrasse

Das verwachsene Ufer wird befreit,... mit dachförmig geschnittenen Platanen neu definiert... und die Wupper durch einen Klangsteg als Kunstraum inszeniert.

Kulturhaus Barmen

Das neue Kulturhaus Bannen als östlicher Signalpunkt der Kulturachse schafft mit seiner neuen vorgelagerten Stadtgalerie den notwendigen Gegenpol zum Opernplatz, der somit erst die verbindende Achse mit dem notwendigen Leben füllt. Die Signifikanz des Gebäudes dominiert wieder den Geschwister-Scholl-Platz, um als gemeinsames Ensemble den Kurzschluß der Kulturachse zur klassischen städtisch / urbanen Geschäftsachse zu ermöglichen.

Aktionspole

Die Pole der Wupperterrassen bilden kleine Aktionsräume, die neu bespielt werden können oder die in Ansätzen vorhandenen urbanen Qualitäten aufnehmen und stärken. Die funktionalen Überschneidungen zur übrigen Stadtlandschaft sorgen somit für die notwendige Vernetzung

Stadtarkaden

An den neuen, aus dachförmig geschnittenen Plantanen bestehenden Stadtarkaden, kann man flanieren oder dem Licht- und Schattenspiel des Blätterdachs folgend die Wupper betrachten. Auf einer unteren Ebene verbindet der sich auf dem Wasser bewegende Klangsteg die beiden kleineren Aktionsplätze.

Tal-Facetten

Das Kulturgewebe der Tal-Facetten stellt als bedrucktes Metallgewebe neben den grünen Stadtarkaden das sich wiederholende Verknüpfungselement der Kulturachse dar und unterstreicht Ihre Prägnanz im öffentlichen Paum. Die Leitung durch und Verknüpfung zur umgebenden Stadtstruktur wird so erreicht.