_ Wohnbaustandort Wuppertal-Wichlinghausen, ehemaliger Rangierbahnhof · Stadtebaulicher Entwurf

_ Projektdetails

Planungsgemeinschaft/k2-architekten und Monse + Molnar
Beratung/Weisser LandschaftsArchitekten

_ Kurzbeschreibung:

Städtebauliches Konzept und Erschließung

Die neue Planstraße erschließt das Wohngebiet parallel zur Straßenachse Schwarzbach in Nord-Süd-Richtung und verbindet die Langobardenstraße ab der Eisenbahnbrücke mit der Straße Am Diek. Hierdurch wird das innerstädtische Straßennetz in Nord-Süd-Richtung auf annähernd gleichem Geländeniveau sinnvoll weitergeführt und ergänzt. Die gerade verlaufenden Straßenfluchten münden achsversetzt auf einem überfahrbaren Quartiersplatz mit angrenzendem Stadtteilpark. Eine darin integrierte Wasserfläche bildet den zentralem Bezugspunkt des neuen Wohngebietes. Das Geländeniveau an der nördliche Spitze des ehemaligen Bahndammes wird entlang der Straße Am Diek auf das natürliche Straßenniveau abgesenkt und bildet mit der gegenüberliegenden mehrgeschossigen Hauszeile wieder einen geschlossenen städtischen Straßenraum. Die neue Erschließungsstraße mündet auf der Geländehöhe des Hauptbaufeldes ohne Geländeverwerfungen auf einer Höhe von ca. 188,50 ÜNN in die Straße Am Diek. Um die Option einer möglichen, wenn auch steilen Straßenverbindung von der Weiherstraße zum Diek (Querspange) zu erhalten, wurde die entsprechende Teilfläche des Grundstücks von Bebauung freigehalten.

Die lineare Ausrichtung der neuen Erschließungsstraße bildet das Rückgrat der städtebaulichen Grundstruktur. Der beidseitig von 3-geschossigen Stadthäusern und Alleebäumen betont städtisch geprägte Straßenraum führt über einen in Richtung Breslauer Straße offenen Quartiersplatz zum Einfamilienhausbereich des Wohngebietes mit 2-geschossiger Bebauung. Von der inneren Erschließungsstraße aus führen kleinere Wohnwege zu den Baufeldern mit Einfamilien- und Doppelhausbebauung. Die Gebäude an der östlichen Hangkante zum Bereich Schwarzbach / Luhns-Areal sind als niedrige 2-geschossige Einfamilien- und Doppelhäuser bzw. Atriumkettenhäuser geplant. Der Übergang zum westlichen Bereich des Plangebietes (Kleingärten und Grünzug Diek) ist ebenfalls von einer niedrigen und durchlässigen Einfamilien- und Doppelhausbebauung geprägt. Bei der Anordnung der Flächen für den ruhenden Verkehr wurde auf die Anlage von Tiefgaragen und großflächigen Parkzonen verzichtet.

Nutzungsmischung /
Art und Maß der baulichen Nutzung

Für den südlichen Teil des Wohnbaugebiets sind kompakte, nach Süden ausgerichtete Baufelder mit zweigeschossigen Reihenhauszeilen als „Starterhäuser" für junge Familien geplant. An der östlichen Grenze Richtung Luhns-Areal werden zur Hangkante giebelständige Atriumhäuser und im westlichen Teil zur Kleingartensiedlung hin Doppelhäuserangeordnet.

Nördlich der „Grünen Mitte" und des Quartiersplatzes werden Gebäudetypen für betreutes Wohnen und Senioren-Wohngemeinschaften vorgeschlagen. Der östlich davon geplante Geschossbau soll von Alleinerziehenden und Singles genutzt werden. Die räumliche Nähe besonderer Personengruppen mit den sich daraus ergebenden Integrationsmöglichkeiten wird somit in den zentralen Bereich der Entwicklungsfläche gerückt.
Die Stadthäuser mit zwei Wohneinheiten (Mehrgenerationenhaus) bilden den stadträumlichen Abschluss des Quartiersplatzes nach Osten. Die 3-geschossigen Stadthäuser mit flexibel nutzbaren Erdgeschossebenen (Einliegerwohnung / Homeoffice / Dienstleistung etc.) lassen vielfältige Nutzungen zu und sollen in Richtung Diek / Wichlinghauser Viertel in Verbindung mit den Alleebäumen einen städtisch geprägten Straßenraum bilden. Die darüber liegende Wohnung erstreckt sich über zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss.

Der ehemalige Bahndamm entlang der Straße Am Diek wird auf Straßenniveau abgesenkt. Hier entsteht ein Baufeld, dass als viergeschossige Bebauung gegenüber den vorhandenen Mehrfamilienhäusern geplant ist. Das Erdgeschoss könnte von Dienstleistern aus dem Bereich der ambulanten Pflege, sozialen Einrichtungen etc. oder Kooperationspartnern des in unmittelbarer Nähe liegenden städtischen Altenheims genutzt werden. In den Obergeschossen sind komfortable Seniorenwohnungen mit Aufzug und wintergartenartig verglasten, geräumigen Loggien geplant.

Grünflächen und Freiraumkonzept

Die beiden ostlich und westlich gelegenen Grünzüge bleiben als "grüne Schultern" erhalten. Oberhalb der begrünten östlich gelegenen Hangkante ist ein durchgehender öffentlicher Fußweg (Klippenweg) geplant, der den beeindruckenden Ausblick in die Landschaft über die Dächer des Straßenzuges Schwarzbach erlebbar macht. Die Anbindung an das Luhns-Areal erfolgt über eine fußläufige Brücke („Schwebesteig"). Der westliche Grünzug besteht aus dem Biotopverbund aus Schul- und Gleispark entlang der Freihaltefläche Kopfbahnhof „Rheinische Strecke" mit Übergang in das Kleingartenareal an der Breslauer Str. Daran anschließend soll eine Teilfläche des derzeitigen Gewerbegebietes (Lagerplatz) als Grünflächenverbindung in Richtung Wichlinghausen und als „grünes Tor" zum neuen Stadtteilpark umgewandelt werden. Dieser zentrale Park („Grüne Mitte") wird zusätzlich mit einer Wasserfläche ausgestattet und ermöglicht vielfältige Außenraumnutzungen für alle Altersgruppen. Die Böschungszonen und Wiesenflächen können als freie Spiel- und Kletterbereiche genutzt werden. Der Promenadenbereich zwischen Quartiersplatz, Wasserfläche und Cafe dient als Nachbarschaftstreff. In Verbindung mit dem durchlaufenden Fuß- und Radweg „Rheinische Strecke" ergibt sich somit ein vielfältiges Netz von Spazierwegen und Erholungsräumen innerhalb und außerhalb des Planungsgebietes.

Energiekonzept und Entwässerung

Die Einfamilienhäuser als Reihen-, Doppel-, Einzel-und Atriumhäuser können bedingt durch ihre Ausrichtung und Bauform mit Solarkollektoren zur Brauchwassererwärmung ausgestattet werden. Zur Heizenergieerzeugung eignen sich Pellet- oder Gas-Brennwertheizungen. Die Stadt- und Mehrfamilienhäuser sowie die Gebäude des Luhns-Areals sollen allerdings durch ein lolales Blockheizkraftwerk mit Wärmeenergie versorgt werden. Die Regenrückhaltung und Ablaufverzögerung des Regenwassers wird über extensiv begrünte Flachdachflächen der Carporte und der Doppelhäuser erzielt. Flache Rasenmulden entlang der Gärten nehmen das Regenwasser von Dach- und Wegeflächen auf. Eine Wasserfläche in der „Grünen Mitte" übernimmt die zentrale Regenrückhaltung. Zusätzlich können temporäre Regenrückhalteflächen je nach Bedarf und Bauabschnitt geschaffen werden.

Reaktivierung Luhns-Areal

In die Planungsüberlegungen zur städtebaulichen Entwicklung des ehemaligen Rangierbahnhofs Wichlinghausen wurde die Reaktivierung des direkt angrenzenden Luhns-Areals einbezogen bzw. darauf abgestimmt. Über einen „Schwebesteig" mit Aufzug und Treppenanlage sowie zwei weitere Wegeverbindungen werden der neue Stadtteil und die Gebäude und Freiflächen des Luhns-Areals miteinander verknüpft.

Die beiden vorhandenen fünfgeschossigen Hauptbaukörper an der Straße Schwarzbach werden freigestellt und mit neuen Nutzungen belegt. Die noch vorhandenen Gebäudeteile entlang der Bruchsteinmauer an der Hangkante werden zugunsten von Freiflächen abgebrochen. Im nördlichen Teil des Areals wird ein dritter Baukörper mit ähnlichem Bauvolumen für Mietbüronutzung und Einzelhandel vorgeschlagen. Ein Zentrum für Medizin und Gesundheit, Arztpraxen, Apotheke, Sanitätsbedarf, Physiotherapie, Sport- und Freizeitbereiche, Ausstellungsfläche für ein Stadtmodell sowie Restaurant und Biergarten sind für die Bewohner des neuen Stadtteils und auch vom Zentrum Oberbarmen aus fußläufig gut erreichbar.

Ein Blockheizkraftwerk der WSW (Contractingverfahren) soll die wirtschaftliche Versorgung mit Wärme und Energie für das Luhns-Areal sowie Teile des Wohnbaugebietes (Geschosswohnungen) sicherstellen.

 

Siehe auch:
Protokoll "ZWEITE BÜRGERVERSAMMLUNG UND VERANSTALTUNG ZUR FRÜHZEITIGEN BÜRGERBETEILIGUNG"